Vom ›Schein‹ und ›Sein‹ glänzender Oberflächen
Die Welt der Produkte ist eine materielle Scheinwelt der Oberflächen geworden. Die technologischen Entwicklungen in den Beschichtungsverfahren haben dazu geführt, dass wir auf nahezu jedem Material die Klaviatur der optischen Effekte spielen können. Das Material selbst tritt dabei als Träger der Oberfläche in den Hintergrund. Die Faszination von Glanz oder glänzenden Oberflächen nimmt dabei eine besondere Stellung in der Produktsprache ein.
Glanz ist zunächst einmal nur die Reflexion von Licht. Bei genauerer Betrachtung jedoch, bietet uns die Vielseitigkeit, mit der uns Glanzeffekte in Erscheinung treten, ein unerschöpfliches Reservoir an Informationen und Eindrücken dar. Glanz vermittelt uns Informationen über die Beschaffenheit von Oberflächen, über Material, Struktur und Form. In der Mineralogie unterscheidet man zwischen einer Fülle unterschiedlicher Glanzarten, die bei der Bestimmung von Mineralen hilfreich sind.
Mit Glanz verbinden wir darüber hinaus aber auch eine besondere, individuelle Wertvorstellung. Was macht jedoch die Besonderheit von Glanz aus? Oder besser gefragt: Was macht den besonderen Glanz aus? In wiefern vermittelt uns Glanz eine besondere Wertigkeit? Und unter welchen Umständen erzeugt Glanz eine Minderwertigkeit? Diesen und weiteren Fragen soll in der vorliegenden Arbeit Schritt für Schritt nachgegangen werden. Ziel dieser Arbeit ist es, sich als Gestallter mit dem Phänomen Glanz bewusst auseinanderzusetzen, um Glanz ebenso bewusst als ein Aspekt der Produktsprache zu verwenden – oder zu vermeiden.
© Marcel Krings 2001-2007 | Stand 11.10.2007 | Impressum

Diplom – 2. Nebenthema
»Glanz und Wertigkeit« ist im Rhamen des Diploms 2007 als 2. Nebenthema an der Köln International School of Design im Lehrgebiet »design for manufactoring« entstanden.
sonstige Diplomthemen: